Sicherheit neu gedacht: Was Segler vom Bergsport lernen können

Einhand-Lösungen auf einer Shark 24 – vorgestellt von Uwe (Swålins Reisen)

Auf der Boot in Düsseldorf traf Uwe vom YouTube-Kanal „Swålins Reisen“ den Einhandsegler Alfred und sprach mit ihm über seine cleveren Sicherheitslösungen an Bord seiner Shark 24. Was zunächst nach einem typischen Messe-Video klingt, entpuppt sich als faszinierender Blick auf die Fusion von Bergsport-Techniken und Segelpraxis.

👉 Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=kxmaW162HXI
📹 Autor: Uwe (Swålins Reisen)

Im Folgenden stelle ich dir nicht nur die Ideen aus dem Video vor – sondern zeige auch, welche Ausrüstung aus der Kletterwelt sich ideal für ähnliche Anwendungen an Bord eignet.


1. Sicherung „nach oben“ – und warum der Anschlagpunkt zählt

Alfred führt seine Sicherungsleine hoch zur ersten Saling. Damit nutzt er einen hohen Anschlagpunkt, der bei einem Sturz dafür sorgt, dass man eher aus dem Wasser gezogen wird als darunter gesogen – ein entscheidender Sicherheitsvorteil.

Ein zentrales Element dieser Lösung ist ein halbautomatisches Sicherungsgerät, wie es aus dem Klettersport bekannt ist: der Petzl GRIGRI.

Petzl GRIGRI – halbautomatisches Sicherungsgerät

  • Assistierendes Brems-System mit ergonomischem Griff
  • Erleichtert das Sichern und Abseilen durch Cam-Blockierung
  • Kompatibel mit Einfachseilen von ca. 8,5–11 mm Durchmesser
  • Rund 175 g leicht und vielfach bewährt im Klettersport

👉 Produkte, die hierzu passen:


2. Einhand in den Mast – mit Jümar und GRIGRI

Anstelle klassischer Kletterknoten nutzt Alfred eine Kombination aus Jümar-Steigklemme und dem Sicherungsgerät, um sich alleine in den Mast hochzuarbeiten.
Die klassische „Jümar“-Steigklemme ermöglicht das Aufschieben am Seil, während das GRIGRI als Sicherung fungiert.

Petzl Ascension – komfortable Seilklemme

  • Ergonomisch geformter Griff für kraftvolles Ziehen
  • Großer Öffnungsbereich – auch mit Handschuhen gut greifbar
  • Toothed Cam (gezahnte Klemmfunktion) mit selbstreinigender Nut
  • Einhängbare Ösen für Karabiner, Fußschlaufen etc.
  • Geeignet für Seile 8–13 mm Durchmesser

👉 Produktbeispiel:

Diese Steigklemme ist ideal, wenn du an Bord mit Hilfe eines Jümars oder einer ähnlichen Griffklemme aufsteigen möchtest – sei es zum Mastfuss oder beim Bearbeiten großer Fallsysteme.


3. Jümar statt Winsch – mehr Kraft auf engem Raum

An Deck unter der Sprayhood kann es eng werden – gerade für klassische Winscharbeit. Ein Jümar bzw. eine Seilklemme wie die Petzl Ascension kann hier helfen, Fallen durch direkten Kraftaufbau per Hand effizient zu setzen.
Dabei dient die Jümar-Klemme als kraftvoller, ergonomischer Griffpunkt, der auch bei beengten Platzverhältnissen mehr Kraftübertragung ermöglicht.


4. Bullenstander – einfach, sicher, einhandtauglich

Ein gut geführter Bullenstander gehört zur Grundausstattung jedes Cruisers. Indem Alfred seine Leine vom Baum bis zum Bugspriet und gegengleich zurück ins Cockpit führt, bleibt sie stets kontrolliert erreichbar – auch bei Halse oder rauem Seegang.

Mit einem ergonomischen Sicherungsgerät wie dem GRIGRI kannst du auch in solchen Situationen gezielt Brems- oder Fixierpunkte erzeugen, ohne jedes Mal die Winsch zu bemühen.


5. Fest installierter Generator – durchdacht statt improvisiert

Während viele Segler ihren Generator bei Bedarf „ins Cockpit stellen“, hat Alfred ihn fest unter Deck montiert – inklusive Auspuffführung nach außen. Das macht ihn sofort einsatzbereit und reduziert Fehlerquellen.


6. Einhandtaugliches Ankermanöver über Heck

Alfred nutzt eine Hebelklemme, um seine Ankerleine unter Kontrolle zu halten. Das ist eine elegante Lösung für Einhandmanöver, die es ermöglicht, das Boot ohne Crew sicher zu positionieren.


7. Haltegurt entlang der Sprayhood

Sicher am Deck stehen – auch bei Schieflage – ist ein wiederkehrendes Thema beim Einhandsegeln. Eine gut platzierte Halteleine bzw. ein Haltegurt entlang der Sprayhood schafft einen zuverlässigen Handgriff für kurze, kritische Wege am Vorschiff.


8. Leinen sauber aufschießen – ohne Vertörnung

Schon das richtige Aufschießen der Leinen kann dafür sorgen, dass sie sich reibungslos abrollen, ohne Schlaufen oder Knoten. Eine Technik aus dem Bergsport: Leine von Ende her aufnehmen und über wechselnde Finger positionieren – so läuft sie sauber ein, sobald sie gebraucht wird.


Fazit: Kleine Boote, große Ideen

Die im Video von Uwe (Swålins Reisen) vorgestellten Lösungen zeigen: Sicherheit ist keine Frage der Bootslänge – sondern der Gedanken und Systeme dahinter.

Viele der gezeigten Techniken nutzen Materialien und Ideen aus dem Bergsport, die sich hervorragend für moderne Einhandsegler-Probleme eignen.
Ausrüstung wie die Petzl Ascension Steigklemme oder der Petzl GRIGRI sind nicht nur fürs Felsenklettern gedacht – sie bringen echte Vorteile auch auf See.

💡 Tipp: Diese Tools sind leicht, robust und vielfach geprüft – ideal für Einsteiger wie erfahrene Segler, die ihr Sicherheitskonzept überdenken oder erweitern wollen.

Sicherheit neu gedacht: Was Segler vom Bergsport lernen können

Beitragsnavigation