In engen Häfen gehört das Rückwärtsfahren zu den Manövern, die auf der Dehler 28 besondere Aufmerksamkeit erfordern. Das Boot ist vergleichsweise leicht, reagiert schnell auf äußere Einflüsse und zeigt bei wenig Fahrt ein deutliches Zusammenspiel aus Wind und Radeffekt. Wer diese Eigenschaften kennt, kann auch rückwärts ruhig und kontrolliert manövrieren.
Richtungswechsel sauber vorbereiten
Beim Übergang von Vorwärts- zu Rückwärtsfahrt wirkt der Radeffekt besonders deutlich. Die Dehler 28 mit linksdrehender Schraube versetzt das Heck beim Rückwärtsgas nach Steuerbord, während sich der Bug entsprechend nach Backbord bewegt. Um schräges Stehen in der Boxengasse zu vermeiden, halte ich den Bug beim Aufstoppen leicht in die Richtung vor, in die das Heck wandern wird. So bleibt das Boot insgesamt ruhiger und besser ausgerichtet.
Beim Wechsel zurück in die Vorwärtsfahrt gilt das gleiche Prinzip umgekehrt. Auch hier hilft bewusstes Vorhalten des Bugs, um den seitlichen Versatz auszugleichen und sauber geradeaus anzufahren.
Wind schlägt Radeffekt
Gerade bei der Dehler 28 spielt der Wind eine größere Rolle als der Radeffekt. Sobald das Boot keine Fahrt mehr durchs Wasser macht, übernimmt der Wind sofort die Kontrolle über Bug und Heck. Deshalb plane ich beim Rückwärtsfahren immer ausreichend Leeraum ein und gehe Richtungswechsel nicht zu zögerlich an. Ein Boot ohne Fahrt ist im Hafen kaum steuerbar.
Rückwärtsfahrt kontrollieren
Sobald die Dehler 28 rückwärts Fahrt aufnimmt, steigt der Ruderdruck deutlich an. Pinne oder Steuerrad sollten deshalb sicher gehalten werden, insbesondere bei etwas mehr Geschwindigkeit. Gleichzeitig schwenkt der Bug bei Rückwärtsfahrt stärker aus, als viele erwarten. In engen Situationen erfordert das besondere Aufmerksamkeit.
Ruderlage an die tatsächliche Fahrt anpassen
Ein häufiger Fehler entsteht beim Gangwechsel: Das Ruder wird nach der eingelegten Gangrichtung ausgerichtet, nicht nach der tatsächlichen Bewegung des Bootes. Solange die Dehler 28 noch rückwärts läuft, bleibt auch die Ruderlage auf Rückwärtsfahrt eingestellt – selbst wenn bereits Vorwärtsgang eingelegt ist. Erst wenn das Boot wirklich stoppt und wieder vorwärts Fahrt aufnimmt, wird das Ruder umgelegt.
Wer diese Zusammenhänge berücksichtigt, kann die Dehler 28 auch rückwärts sicher und entspannt im Hafen bewegen – einhand ebenso wie mit Crew.
