In meinem Heimathafen habe ich eine feste Box. Das heißt: Der Liegeplatz ist vorgegeben – egal aus welcher Richtung der Wind kommt. Genau deshalb ist Vorbereitung und ein klarer Ablauf beim Einhand-Anlegen besonders wichtig.

Bevor ich in die Boxengasse einlaufe, verschaffe ich mir ein klares Bild:
Woher kommt der Wind? Drückt er mich in die Box oder zieht er mich heraus? Wie stark ist er? Diese Einschätzung bestimmt, wie viel Fahrt ich brauche und welche Leine zuerst arbeitet.

Vorbereitung vor der Anfahrt

Noch außerhalb der Box ist alles klar:

  • Fender sind vorbereitet und liegen griffbereit,
  • Vor- und Achterleinen sind sauber aufgelegt,
  • ich weiß, welche Achterleine ich zuerst über den Dalben bringen will.

Gerade bei Seitenwind oder ablandigem Wind fahre ich bewusst nicht zu langsam. Solange Fahrt im Schiff ist, bleibt die Dehler 28 steuerbar – ohne Fahrt übernimmt sofort der Wind.

Gerade in die Box – unabhängig vom Wind

Ich steuere das Boot möglichst gerade in die Box ein. Der Wind darf dabei arbeiten, aber nicht das Kommando übernehmen. Kurz bevor ich den luvseitigen Heckdalben erreiche (also die Seite, von der der Wind kommt), lege ich den Motor auf Rückwärts und halte das Ruder mittschiffs.

Trotz eingelegtem Rückwärtsgang läuft das Boot zunächst weiter vorwärts. Das gibt mir Zeit, die vorbereitete Achterleine auf der Windseite aufzunehmen.

Erste Leine: Stabilität schaffen

Sobald der Dalben auf Höhe des Hecks ist, lege ich die Achterleine darüber. Jetzt stoppe ich die Fahrt kontrolliert, indem ich die Leine aus der Hand fieren lasse. Mit leichtem Zug unterstütze ich das Abbremsen – so komme ich sauber und mit Abstand zum Steg zum Stehen.

Steht das Boot in der Box, schalte ich wieder auf Vorwärtsgang. Die Achterleine halte ich dabei unter Spannung und belege sie zügig. Das Boot dampft nun leicht in diese Leine ein und liegt stabil – auch wenn der Wind ungünstig steht.

Kleine Versätze gleiche ich mit kurzen Gasstößen und minimaler Ruderlage aus.

In Ruhe festmachen

Jetzt ist Zeit für die restlichen Leinen:

  • Fender endgültig ausbringen,
  • Vorleinen belegen (erst Windseite, dann Leeseite),
  • zum Schluss die zweite Achterleine auf der Leeseite über den Dalben werfen.

Ab diesem Punkt ist das Boot sicher in der Box und der Wind verliert seinen Schrecken.

Mein wichtigstes Fazit

Bei einer festen Box gibt es kein „perfektes Anlaufen“.
Der Schlüssel ist:

  • Fahrt im Schiff halten,
  • zuerst die Windseite sichern,
  • und erst dann alles andere in Ruhe erledigen.

Gerade allein ist die Versuchung groß, zu früh zu stoppen. Genau das rächt sich bei Seitenwind oder ablandigem Wind sofort – das Boot wird manövrierunfähig und vertreibt.

Mein Tipp aus eigener Erfahrung:
👉 Dieses Manöver bewusst auch bei mäßigem Wind üben. Je öfter man es fährt, desto entspannter wird es – selbst bei ungünstiger Windrichtung.

Hinweis

Alle beschriebenen Abläufe sind meine persönlichen Erfahrungen mit meiner Dehler 28 und stellen keine allgemeingültige Anleitung dar.

Einhand anlegen in der festen Box – meine Praxis auf der Dehler 28

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