⚓  die Anker SOLIX C1000 als Teil meines Energiekonzepts auf der Dehler 28

Auf einer Dehler 28 ist Energie kein Selbstläufer. Mit einer einzelnen 100-Ah-Verbraucherbatterie, einem durchlaufenden Kühlschrank und den üblichen Bordverbrauchern wird schnell klar: Autarkie ist begrenzt. Spätestens nach einer Nacht vor Anker stellt sich die Frage, wie lange es noch reicht – und wann der Motor laufen muss.

Mein Ansatz war deshalb nicht, das Bordnetz umzubauen, sondern es gezielt zu ergänzen. Mit der Anker SOLIX C1000 habe ich ein zweites, unabhängiges Energiesystem an Bord gebracht. Kein Ersatz, keine Integration – sondern ein zusätzlicher Energiespeicher, der genau dann eingesetzt wird, wenn er gebraucht wird.


🔋 Energie mitnehmen statt erzeugen

Das Konzept ist bewusst einfach gehalten. Die Powerstation wird im Hafen vollständig geladen und bringt diese Energie „auf Vorrat“ mit an Bord. Während des Törns bleibt sie zunächst ungenutzt. Erst vor Anker kommt sie ins Spiel.

Der entscheidende Punkt ist:
Ich versuche nicht, Energie unterwegs zu erzeugen, sondern nehme sie gezielt mit.

Das Solarpanel ist vorhanden, spielt im Alltag aber eine Nebenrolle. Während des Segelns ist es schwer sinnvoll einzusetzen. Der zentrale Energiefluss ist daher klar:

👉 Landstrom → Powerstation → Bordnetz


🔌 Der eigentliche Hebel: Laden der Bordbatterie

Die SOLIX wird nicht primär genutzt, um einzelne Geräte zu betreiben. Ihr eigentlicher Nutzen liegt darin, das bestehende System zu unterstützen.

Ich betreibe über die Powerstation das 230-V-Ladegerät an Bord. Dieses lädt wiederum die Verbraucherbatterie. Daraus ergibt sich eine einfache, aber wirkungsvolle Kette:

Powerstation → Ladegerät → Bordbatterie → Kühlschrank und Verbraucher

Der Kühlschrank bleibt dabei vollständig im Bordnetz integriert. Es entsteht kein Parallelbetrieb, sondern eine saubere Unterstützung des bestehenden Systems.


⏳ Was bringt das konkret?

Die Wirkung lässt sich erstaunlich gut berechnen.

Mein Kühlschrank (Isotherm) hat:

  • 72 W Leistungsaufnahme
  • etwa 10–12 Stunden Laufzeit pro Tag

Daraus ergibt sich ein täglicher Verbrauch von:

👉 720–864 Wh bzw. 60–72 Ah

Die Anker SOLIX C1000 hat nominell rund 1050 Wh.
Durch Umwandlungsverluste bleiben real im Bordnetz:

👉 ca. 750–850 Wh nutzbar

Setzt man das ins Verhältnis:

  • bei 720 Wh/Tag → ca. 27 Stunden zusätzliche Laufzeit
  • bei 864 Wh/Tag → ca. 22 Stunden

Allein für den Kühlschrank bedeutet das:

👉 fast ein zusätzlicher Tag Autarkie


⚓ Das gesamte Bordnetz betrachtet

Natürlich ist der Kühlschrank nicht der einzige Verbraucher. Realistisch kommen hinzu:

  • Ankerlicht
  • Innenbeleuchtung
  • Instrumente
  • Ladegeräte

In Summe liegt der Tagesverbrauch typischerweise bei:

👉 850–1200 Wh (≈ 70–100 Ah)

Mit den rund 800 Wh aus der Powerstation ergibt sich:

👉 16 bis 30 Stunden zusätzliche Autarkie

Das ist die entscheidende Größe. Nicht einzelne Geräte, sondern die gesamte Zeit vor Anker verlängert sich.


⚡ Warum das Konzept so gut funktioniert

Der größte Vorteil liegt nicht in der Technik, sondern in der Einfachheit. Es sind keine Umbauten notwendig, keine zusätzlichen Batterien, keine Eingriffe ins Bordnetz.

Die SOLIX funktioniert wie ein externer Puffer:

  • geladen im Hafen
  • genutzt vor Anker
  • unabhängig vom restlichen System

Gleichzeitig bleibt die gesamte Bordelektrik unverändert und zuverlässig.


🔄 Mehr als nur Komfort

Neben der Autarkie entsteht auch eine zusätzliche Sicherheitsebene. Die Powerstation ist vollständig unabhängig und kann im Zweifel direkt genutzt werden.

Sie ersetzt kein Bordnetz, aber sie erweitert die Möglichkeiten deutlich.


🧳 Fazit: Ein zusätzlicher Tag auf dem Wasser

Die Zahlen machen den Nutzen klar greifbar:

👉 rund 800 Wh zusätzliche Energie
👉 entspricht 16 bis 30 Stunden mehr Autarkie
👉 in der Praxis meist ein zusätzlicher Tag vor Anker

Für mich ist das der entscheidende Punkt.
Nicht mehr Technik – sondern mehr Zeit.

Mehr Autarkie an Bord

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