⚓  Wie ich auf der Dehler 28 Autarkie, Einfachheit und Reserve kombiniere

Auf einer Dehler 28 ist das Energiesystem überschaubar – und genau das macht es anspruchsvoll. Es gibt keinen Platz für große Batteriebänke oder komplexe Installationen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Kühlschrank, Navigation, Licht, mobile Geräte.

Mein Ziel war deshalb nie, ein perfektes High-End-System zu bauen.
Mein Ziel war ein System, das einfach funktioniert, flexibel bleibt und meine Autarkie spürbar erhöht.

Die Lösung ist eine Kombination aus drei Elementen:

  • klassisches Bordnetz
  • Motor mit Lichtmaschine
  • externer Energiespeicher (Anker SOLIX C1000)

⚙️ Die Basis: Das klassische Bordnetz

Im Zentrum steht ein ganz klassisches Setup:

  • 100 Ah Verbraucherbatterie
  • 100 Ah Starterbatterie
  • Kühlschrank, Licht, Instrumente als Hauptverbraucher

Das System ist bewusst einfach gehalten und zuverlässig. Der Nachteil ist jedoch offensichtlich: Die Kapazität ist begrenzt.


🔋 Die Realität: Verbrauch an Bord

Der größte Einzelverbraucher ist der Kühlschrank.

  • Leistung: 72 W (6 A bei 12 V)
  • Laufzeit: ca. 10–12 Stunden pro Tag

👉 ergibt:

  • 720–864 Wh pro Tag
  • bzw. 60–72 Ah

Dazu kommen weitere Verbraucher:

  • Ankerlicht: ~10–20 Ah
  • Licht & Geräte: ~10–20 Ah
  • Instrumente: ~5–10 Ah

👉 Gesamtverbrauch pro Tag:

ca. 70–100 Ah (≈ 850–1200 Wh)

Damit ist klar:
Die Verbraucherbatterie allein reicht nur begrenzt.


⛽ Der Motor als klassische Lösung

Die Standardlösung ist der Motor.

Mit der Lichtmaschine lassen sich realistisch:

  • 20–30 A Ladestrom erzielen

Das bedeutet:

Motorlaufzeit Geladene Energie
1 Stunde 250–350 Wh
2 Stunden 500–700 Wh
3 Stunden 750–1000 Wh

👉 Ergebnis:
Um einen typischen Tagesverbrauch auszugleichen, sind:

2–3 Stunden Motorlauf notwendig

Das funktioniert – ist aber nicht ideal:

  • laut
  • ineffizient
  • wenig „segeltypisch“

🔋 Die Ergänzung: Anker SOLIX C1000

Genau hier kommt die dritte Komponente ins Spiel.

Die SOLIX C1000 bringt:

  • ca. 1050 Wh Kapazität
  • real nutzbar im Bordnetz: ca. 800 Wh

Sie wird im Hafen geladen und dient unterwegs als Energiespeicher.


🔌 Integration: bewusst einfach gehalten

Die Integration ist minimalistisch:

Powerstation → 230V-Ladegerät → Bordbatterie

Kein Umbau, keine feste Installation, keine zusätzliche Komplexität.

Das System bleibt:

  • flexibel
  • rückbaubar
  • unabhängig

🔄 Das Zusammenspiel der drei Systeme

Erst im Zusammenspiel entsteht der eigentliche Nutzen:

1. 🏁 Im Hafen

  • Bordbatterie geladen
  • Powerstation geladen

👉 maximale Ausgangsbasis


2. ⛵ Während der Fahrt

  • Motor lädt Bordbatterie
  • Grundversorgung gesichert

👉 Energie wird „nebenbei“ erzeugt


3. ⚓ Vor Anker

  • Bordnetz läuft normal
  • Powerstation unterstützt bei Bedarf

👉 zusätzliche Energie ohne Motorlauf


⏳ Was bringt das System konkret?

Die entscheidende Frage ist: Was gewinnt man wirklich?

Die Powerstation liefert:

👉 ca. 800 Wh zusätzliche Energie

Verglichen mit dem Tagesverbrauch:

👉 entspricht das:

  • 16 bis 30 Stunden zusätzlicher Autarkie

Oder anders:

👉 ca. 1 zusätzlicher Tag vor Anker


⚖️ Der direkte Vergleich

Energiequelle Energie „Kosten“
Motor (2–3 h) ~800 Wh Lärm, Diesel, Verschleiß
Powerstation ~800 Wh vorher im Hafen laden

👉 technisch gleichwertig – praktisch völlig unterschiedlich


🧠 Die eigentliche Strategie

Der Schlüssel liegt nicht in der Technik, sondern im Ansatz:

👉 Energie wird nicht nur erzeugt – sie wird geplant.

Das bedeutet:

  • Laden im Hafen
  • Nutzung vor Anker
  • Motor nur bei Bedarf

⚓ Warum dieses System für eine Dehler 28 ideal ist

Gerade auf kleineren Booten ist das entscheidend:

  • begrenzter Platz
  • begrenzte Batteriekapazität
  • keine komplexen Umbauten gewünscht

Die Lösung bleibt:

  • einfach
  • flexibel
  • sofort einsetzbar

🧳 Fazit: Ein System, das Zeit schafft

Am Ende geht es nicht um Watt oder Ampere.

Es geht darum:

  • länger vor Anker zu bleiben
  • weniger Motor zu nutzen
  • unabhängiger zu sein

Die Kombination aus Bordnetz, Motor und Powerstation schafft genau das.

👉 Mehr Autarkie ohne mehr Komplexität.

Oder anders gesagt:

👉 Man optimiert nicht das System – man optimiert die Zeit auf dem Wasser.

Mein Energiesystem an Bord

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