Die Zusammenfassung beschreibt, wie sich mit überschaubarem Aufwand und moderaten Kosten ein modernes, vernetztes Bordsystem aufbauen lässt.

Ausgangspunkt ist immer ein stabiles Bordnetzwerk, das typischerweise über einen WLAN-Router realisiert wird. Dieses Netzwerk bildet die gemeinsame Kommunikationsbasis für alle Geräte an Bord – unabhängig davon, ob es sich um alte Instrumente oder neue Komponenten handelt. Der Router wird dabei idealerweise so installiert, dass er sowohl im Hafen als auch auf See eine möglichst gute Abdeckung bietet. In Kombination mit einer SIM-Karte lässt sich das Netzwerk zusätzlich mit Internet versorgen, wodurch neue Anwendungsfälle wie Fernüberwachung oder Wetterdatenintegration möglich werden.

In dieses Netzwerk wird der Raspberry Pi als zentrale Einheit integriert. Er übernimmt die Rolle des „Gehirns“ des Systems: Hier laufen alle Daten zusammen, werden verarbeitet und anschließend wieder im Netzwerk bereitgestellt. Mit Software wie SignalK oder OpenPlotter wird aus dem Raspberry eine flexible Plattform, die unterschiedlichste Datenquellen zusammenführen und für verschiedene Anwendungen nutzbar machen kann. Der große Vorteil liegt darin, dass der Raspberry nicht nur Daten verteilt, sondern diese auch aktiv verarbeiten, kombinieren und anreichern kann.

Die vorhandene Bordelektronik – insbesondere ältere Geräte mit NMEA 0183 – wird dabei nicht ersetzt, sondern intelligent eingebunden. Dazu werden kleine, kostengünstige Wandler eingesetzt, die die seriellen Daten dieser Geräte in WLAN-Signale umsetzen. Auf diese Weise gelangen die Daten von AIS, GPS, Wind oder anderen Sensoren ins Bordnetzwerk, ohne dass neue Kabel verlegt werden müssen. Alternativ oder ergänzend können diese Daten auch direkt über serielle Schnittstellen in den Raspberry eingespeist werden. Der entscheidende Punkt ist: Bestehende Technik bleibt erhalten und wird in eine moderne Architektur überführt.

Um das System nach außen zu erweitern, wird zusätzlich eine Internetverbindung integriert, in der Regel über einen 4G-Router mit SIM-Karte. Dadurch erhält das Boot Zugriff auf externe Datenquellen wie Wetterinformationen, Kartenupdates oder Cloud-Dienste. Gleichzeitig ermöglicht dies den Fernzugriff auf das Boot, beispielsweise zur Überwachung von Sensoren oder Kameras. Interessant ist dabei die Erkenntnis, dass 4G in vielen maritimen Szenarien sinnvoller ist als 5G, da die Reichweite entscheidend ist und nicht die maximale Geschwindigkeit.

Die Darstellung der Daten erfolgt schließlich über flexible und kostengünstige Endgeräte. Anstelle teurer Spezialhardware können Tablets, Android-basierte Motorrad-Navis oder sogar Autoradios mit integriertem Display verwendet werden. Diese Geräte greifen über WLAN auf die im Netzwerk bereitgestellten Daten zu und visualisieren sie mithilfe von Apps wie Navionics, OpenCPN oder webbasierten SignalK-Dashboards. Der große Vorteil liegt hier in der Offenheit des Systems: Man ist nicht an proprietäre Lösungen gebunden, sondern kann die Oberfläche und Funktionalität frei anpassen und erweitern.

Insgesamt entsteht so ein System, das nicht durch den Austausch bestehender Komponenten funktioniert, sondern durch deren intelligente Vernetzung. Bestehende Technik wird weiter genutzt, neue Komponenten werden gezielt ergänzt, und alles wird über ein gemeinsames Netzwerk miteinander verbunden. Das Ergebnis ist ein leistungsfähiges, skalierbares und vergleichsweise kostengünstiges Bordnetz, das sich jederzeit erweitern und an individuelle Anforderungen anpassen lässt.

Aufbau des Systems

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